Kino: ES

Lang erwartet und nun endlich da. Pennywise geht wieder um und er ist Böse wie eh und jeh.
Lest hier meine Filmkritik zu Stephen Kings wohl berühmtesten Roman der es nun endlich in die Kinos geschafft hat. ES.

Story
Das Grauen sucht das kleine Städtchen Derry heim. In Gestalt der größten Albträume seiner überwiegend jungen Opfer, meist aber auch nur als mörderischer Clown Pennywise, begeht Es einen Mord nach dem anderen. Bis sich eine kleine Gruppe Kinder ihren Ängsten stellt und Pennywise die Stirn bietet.
(Beschreibungen zu bekannten Stoffen zu schreiben ist irgendwie schwierig :D)


Bewertung
Nur selten sieht man Remakes die ihr Original dermaßen gut übertreffen. Aber man muss bei diesem Vergleich auch bedenken, dass der alte ES-Film nur eine Fernsehproduktion war und allein vom Budget her in einer ganz anderen (kleineren) Liga spielte. Vor allem die Zeit- und Budgetbedingt gesteigerte Qualität der Effekte trägt in der Neuauflage sehr viel zur Atmosphäre bei und auch die schauspielerische Klasse liegt naturgemäß etwas höher als noch 1990.
Wie schon der Vorgänger ist auch diese Kinoumsetzung als Zweiteiler angesetzt und man tat gut daran sich in einem Punkt vom Buch zu lösen und die beiden Zeitlinien zu trennen. Auch wenn diese Verflechtung im Buch hervorragend funktioniert, so wären diese Sprünge für die Filme viel zu komplex und würden einem in sich stimmigen und abgeschlossenen ersten Teil im Weg stehen.
Film 1 handelt also die Jugendjahre ab, Film 2 wird dann die Erwachsenenversion die - vertraut man dem Buch - auch etwas brutaler werden wird und vermutlich wirklich in die Horrorecke geht. Den ES - Teil 1 ist kein richtiger Horror, ehr etwas der Kategorie "Stranger Things" (seeehr lohnenswerte Serie übrigens), also ein Jugendfilm mit einem Monster und viel mehr als ein paar Jumpscares waren hier demnach auch gar nicht geboten.
Natürlich wünscht man sich insgeheim das subtile und unterbewusste Grauen, welches das Buch so hervorragend macht. Aber dafür müsste man den Stoff wohl auf vier Filme strecken. So konzentriert man sich also auf ein paar 08/15 Hollywoodschocker, streicht einen Großteil der Morde bzw. erwähnt sie nur nebenbei und senkt nebenbei auch noch die Altersfreigabe auf 16. Schade eigentlich, aber das macht den Film noch lange nicht schlecht. Er ist spannend, teilweise richtig unheimlich und stellenweise sogar ganz unthaltsam. Trotz der zahlreichen Änderungen hat man also sehr vieles richtig gemacht.

Apropros Änderungen.
Die Zeitlinie und die fehlenden Morde sind aber nicht die einzigen Unterschiede zur literarischen Vorlage..
Viele größere und kleinere Storyelemente, und auch Figuren, wurden, teils unverständlicherweise und drastisch, geändert und ich hoffe man schafft es im zweiten Teil alles wieder sauber zusammenzuführen. Vor allem auf Mikes Rolle darf man gespannt sein, denn in diesem ersten Teil fand er so gut wie gar nicht statt und dann soll er im zweiten Teil ein wirklich zentrales Element darstellen? Naja... lassen wir uns überraschen.



Empfehlung
Betrachtet man ES nicht als reinen Horrorfilm dann haben wir hier ein stimmiges und sehr gelungenes Remake des 90er Jahre Films und eine interessante Interpretation des Buches. Ein Blick, auch im Kino, lohnt sich meines Erachtens auf jeden Fall. 




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