Sonntag Nachmittag ins Kino? Nein, es kommt kein neuer Horrorschocker und auch kein Hitman 2, es kommt ein Film mit 2 1/2 Stunden Laufzeit. Und da meine letzte Nacht, dank NFL-Playoffauftakt, nur 4 Stunden hatte, wollte ich nicht bis Nachts halb 12 im Kino sitzen. Vor allem nicht wenn der Film “VERBLENDUNG” heißt und eh schon ein komplexes Thema mitbringt.
Worum gehts?
Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist bekommt von einem alternden, schwerreichen Unternehmer den Auftrag das Verschwinden seiner Nichte vor über 40 Jahren aufzuklären. Mit Hilfe der Hackerin Lisbeth wühlt er tief in der kruden Familiengeschichte und kommt mit der Zeit einem dunklen Geheimnis auf die Spur.
Wenn mich etwas am cineastischen Amerika wirklich stört, dann deren Synchronisation- und Untertitelphobie. Amerikaner mögen keine Syncros und lesen wollen sie erst recht nicht! Also werden erfolgreiche, ausländische Filme fast immer für den amerikanischen Markt neu verfilmt. In den meisten Fällen kommt bei diesen Neuverfilmungen aber nur Schrott raus! Taxi Taxi (Frankreich) oder *Rec (Spanien) sind jetzt nur zwei Beispiele die mir da spontan einfallen. Ob man im hier vorliegenden Fall das selbe behaupten kann weiß ich nicht, ich kenne die Originalversion von 2009 leider nicht. Aber wenn schon David Fincher auf dem Regiestuhl platz nimmt kann da eigentlich nur was richtig gutes rauskommen! Daniel Craig als Mikael Blomkvist tut sein übriges. Die Kritiker im Netz sagen jedenfalls fast durchweg, dass diese Neuverfilmung die bessere Umsetzung des Romans von Stig Larson ist und das glaub ich jetzt einfach mal so. ;)
Meine Bewertung bezieht sich jetzt also rein auf diesen einen Film, und den fand ich wirklich Klasse! Zwar war die erste Stunde etwas schwere Kost, man wurde in eine Geschichte geworfen und hat die Hintergründe dann, wenn überhaupt, nur Häppchenweise vorgesetzt bekommen. Aber langweilig war es nicht. Dank guter Schauspieler wurde man von einer Story gefesselt die man eigentlich gar nicht kannte aber unbedingt kennen lernen wollte! Die zweite Hälfte des Filmes, eigentlich ab dem Zeitpunkt wo Mikael und Lisbeth sich treffen, wurde dann sogar nochmal eine Klasse besser. Der Film nahm fahrt auf und wurde wirklich spannend. Die Auflösung am Ende war dann zwar etwas vorhersehbar, aber das tut dem Film nicht weh. Der war von vorne bis hinten gelungen. Und Fincher hat, anders als bei den üblichen Hollywoodkopien üblich, keinen Hochglanzfilm draus gemacht sondern den typischen “Europäischen” Stil beibehalten. Die grauen, unterkühlten Farben und vor allem auch der Sound erzeugen von Anfang an eine düstere, bedrückende Stimmung die einfach perfekt zum Film und seiner Geschichte passt.
Auch die gesellschaftskritischen Aspekte kommen, wenn auch sehr subtil, sehr schön zur Geltung. Schwedens Nazivergangenheit ist größer als die Schweden es eigentlich eingestehen und das Anprangern der korrupten Wirtschafts- und Finanzwelt ist aktueller den je. Ob das von Fincher kommt oder auch im Roman steckte, keine Ahnung, aber ich fand den Film so gut, ich muss mir jetzt echt die Bücher mal vornehmen. ;)
Meine Empfehlung also?
Ein nicht wirklich leichter, aber trotzdem sehenswerter, bedrückender, spannender Thriller mit wirklich guten Schauspielern. Und Außerdem: David Fincher macht keine schlechten Filme! ;) Was will man falsch machen. ;)
Begleitung heute: Biggi ;-*

Da haste echt gepennt, der schwedische Film kam diese Woche erst ohne Werbung im ZDF, MDR oder so. Ich finde den Film furchtbar, besonders Kampfszenen wirken megamäßig gestellt.
AntwortenLöschenEs kam nicht DIESER Film im Kino sondern die europäische Version von 2009. ;) Und den kenne ich nicht. Der aktuelle aus dem Kino (und von mir hier bewertete) ist gut. Und da gibt es keine Kampfszenen. Es sei denn EIN MAL mit dem Golfschläger ins Gesicht ist eine Kampfszene. ;)
Löschendie kompletten 3 (?) Teile laufen doch die letzten Wochen im ZDF (HD) rauf und runter... ;)
AntwortenLöschenFind den ansich ned schlecht - nur ist der schwedische lt. Berichten etwas detailgetreuer. Die Schweden sind da ja teilweise in ihren Filmen etwas härter :D
Hm. Ich lese immer nur dass Fincher sich enger an der Vorlage orientiert hat und allgemein besser umgesetzt hat als in der schwedischen Produktion. Das Geschehene wird bei Fincher jedenfalls sehr unveblümt und direkt gezeigt, ich könnte nicht sagen dass der "weich" ist. Hart genug auf jeden Fall.
LöschenAber letzten Endes, wer es noch nicht kennt kann sich Fincher angucken. Wer die schwedische Version schon kennt brauchts nicht. ;)
und wer die schwedische noch nicht kennt, sollte sich diese Trilogie auch mal reinziehen :P
AntwortenLöschenMuss mal schauen ob ich den aktuellen im Kino schaue. Mir gefällt die Lisbeth schon gar ned... o_O
scheinbar liest ela deinen blog...wir wollen heut ins kino und sie sagt du empfiehlst diesen film. also gucken wir uns den mal nachher an :)
AntwortenLöschenPS: mein gott ist das scheisse wenn man selbst alles schreiben muss(laptop)..mein iphone nimmt mir so viel ab:D